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Gemeindereform ArtikelUnter Gemeindereform versteht man die Bildung größerer Gemeinden durch Zusammenschluss benachbarter Gemeinden zu einer neuen Gemeinde (meist auch mit neuem Namen) oder durch Eingliederung einer "kleineren" Gemeinde in die benachbarte "größere" Gemeinde (meist unter Beibehaltung des bisherigen Namens, siehe Eingemeindung).
Gelegentlich wird die Gemeindereform auch als Gebietsreform bzw. Kommunalreform genannt.
Gemeindereform in Deutschland | |
Mit Gebiets- bzw. Kommunalreform wurde in einzelnen Bundesländern jedoch auch der Überbegriff für die beiden Begriffe Gemeindereform, Kreisreform oder kommunale Neugliederung genannt. Beide Reformen wurden in den meisten Bundesländern zeitgleich durchgeführt.
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Die Eingliederung kleinerer Gemeinden in benachbarte größere Städte setzte bereits gegen Ende des 19. Jahrhunderts ein, als viele Städte durch die einsetzende Industrialisierung wuchsen und neue Flächen benötigten. Dies geschah überwiegend in dem rheinisch-westfälischen Industrieraum (Ruhrgebiet), wo Großgemeinden ohne Stadtrecht auf eine Größe von 100 Tausend Einwohnern und mehr gewachsen waren. Damals sprach man jedoch meist noch nicht von einer "Gemeindereform".
Ende der 1960er Jahre begannen die westlichen Bundesländer die Zahl ihrer Gemeinden zu reduzieren, weil man sich von größeren Verwaltungseinheiten mehr Effizienz erhoffte. Diese flächendeckende Reduzierung der Zahl der Gemeinden bezeichnet man mit dem Begriff "Gemeindereform". Sie geschah zunächst auf freiwilliger Basis, d.h. die Gemeinden konnten selbst entscheiden, in welcher Weise sie künftig zusammen arbeiten wollten (Vereinigung oder Bildung einer Verwaltungsgemeinschaft etc.).
Nach einer je nach Bundesland unterschiedlichen Übergangsphase schloss dann der Gesetzgeber Mitte der 1970er Jahre die Gemeindereform ab, indem er auch zwangsweise die Vereinigung von Gemeinden beschloss. In einzelnen Fällen wurden diese zwangsweise durchgeführten Vereinigungen durch die Gerichte wieder rückgängig gemacht (z.B. Auflösung der Stadt Lahn oder Trennung von Gladbeck und Bottrop {Glabotki}). Einige Berümtheit erlangte 1978 auch das Dorf Ermershausen mit etwa 800 Einwohnern in dem Landkreis Haßberge. Es widersetzte sich vehemment der Eingliederung in die Gemeinde Maroldsweisach . Das gipfelte in der Besetzung des Rathauses und der Errichtung von Barrikaden durch Bürger von Ermershausen , mit dem Zweck die Verlegung der Gemeindeverwaltung nach Maroldsweisach zu verhindern. Das Dorf wurde schließlich von mehreren Hundertschaften der Bereitschaftspolizei gestürmt und das Rathaus geräumt. Seit 1994 ist Ermershausen jedoch wieder selbständig.
Eine bedeutende Gemeindereform wurde in Nordhessen mit den Städten Treysa und Ziegenhain durchgeführt. Da diese beiden Städte ca. rund 5 km auseinander lagen, wurde aus ihnen und umliegenden Gemeinden die völlig neue Stadt Schwalmstadt geründet. Durch diesen Zusammenschluss wurde diese Stadt mit rund 20 Tausend zur größten Stadt des ebenfalls neu gegründeten Schwalm-Eder-Kreises und ist nach nunmehr zwanzig Jahren in Symbiose zusammengewachsen.
Nach der Wiedervereinigung gingen auch die nordöstlichen Bundesländer Gemeindereformen an. In einzelnen Ländern ist diese bis heute noch nicht abgeschlossen, so dass sich die Zahl der Gemeinden in Deutschland (Frühjahr 2003: über 13.000) noch weiter verringern dürfte.
Siehe auch:
Beurteilung: Dieser Artikel stellt ca. die Situation in Deutschland dar. Es fehlen noch allgemeine Definitionen und/oder Informationen zu anderen (deutschsprachigen) Ländern.
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